Drive

„If I drive for you, you give me a time and a place. I give you a five-minute window, anything happens in that five minutes and I’m yours no matter what. I don’t sit in while you’re running it down; I don’t carry a gun…
I drive.“

Der Fahrer ist kein Freund vieler Worte.
Damit seine Forderungen und Regeln für seine Kunden trotzdem klar verständlich bleiben, sind seine knappen Ausführungen scharf wie eine Rasierklinge.

In „Drive“, dem neuen Werk des dänischen „Pusher“-Schöpfers Nicolas Winding Refn, verkörpert Oscar-Nominee Ryan Gosling („Half Nelson“) den namenlosen Einzelgänger aus L.A., welcher sich tagsüber seine Brötchen abwechselnd in einer Werkstatt und als Stuntman in Actionfilmen verdient, während er in der Nacht den Fluchtwagen für diverse, zwielichtige Gestalten fährt.
Er beherrscht seine Jobs mit einer bemerkenswerten Präzision, was seinen Boss und Mentor Shannon (Bryan Cranston, „Breaking Bad“) schließlich auf den Plan ruft, selbst mit seinem Goldesel ins Profirennen einzusteigen.
Die Sache hat einen Haken:
Um die Summe für die Umsetzung seines Traums aufzutreiben, muss Shannon seinen eiskalten, früheren Geschäftspartner Bernie Rose (herrlich fies: Albert Brooks, „Broadcast News – Nachrichtenfieber“) anbetteln – und dieser hat mehr Dreck an seinen Händen kleben, als man es auf den ersten Blick wohl vermuten würde.
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Mission: Impossible – Phantom Protokoll

Der Kinosommer 1996 stand ganz im Zeichen großer Blockbuster.

Während Nic Cage auf Alcatraz grünen Giftgaskugeln hinterhersprang, Bill Paxton die Nase in den Wind hielt und Präsident Pullman die Welt für die gemeinsame Zelebrierung des Unabhängigkeitstages zu begeistern versuchte, bereitete Brian De Palma eine populäre TV-Serie aus den Sechzigern für die Leinwand neu auf.

In Anbetracht der mit Explosionen und Spezialeffekten vollgestopften Konkurrenz, war „Mission: Impossible“ ein geradezu klassischer Agententhriller, der den spektakulären Actionanteil auf einige dezente Höhepunkte verteilte und sich ansonsten eher auf seinen spannenden Plot konzentrierte.

Der Film war ein Riesenhit an den weltweiten Kinokassen.
Was sagt uns das?
Richtig, eine Fortsetzung musste her.
Das vier Jahre später von John Woo inszenierte Sequel entpuppte sich allerdings als katastrophale Bruchlandung an allen Fronten:
Tom Cruise, der erneut in seine Rolle als Ethan Hunt schlüpfte, sah mit seiner Langhaarfrisur auf einmal mehr wie ein schmieriger Pornodarsteller, als wie ein hochqualifizierter Geheimagent aus.
Die völlig over-the-top geratene, bierernste Action ersäufte jeden halbwegs interessanten Storyansatz abwechselnd in brutalen Kloppereien und Schießereien.
Mission: Gescheitert – jedoch nicht, was die Zuschauerzahlen anging.
Die Reihe wird weitergehen, das stand fest.

„Lost“-Ko-Schöpfer J.J. Abrams war dann der Glückliche, der mit „Mission: Impossible III“ (2006) Wiedergutmachungsarbeit für die Fans des Originals leisten durfte – sofern diese nach dem vorherigen Reinfall überhaupt noch daran interessiert gewesen sind.
Das Resultat war ein kleiner Schritt zurück in die richtige Richtung – gut war der Film deshalb allerdings noch nicht.
Wieder zu viel Krawumm, zu wenig Spannung…und zu wenig Witz.
Wirklich ernst nehmen konnte man die unmöglichen Missionen nach dem zweiten Eintrag schließlich nicht mehr.
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Devil Inside – Keine Seele ist sicher

Gäbe es den Teufel noch nicht, die Filmindustrie würde ihn erfinden.
Immerhin spült der Gehörnte mit seinen neuesten Abenteuern alljährlich massig Geld in die internationalen Kinokassen. Über die Qualität der Werke sagt das freilich nicht sehr viel aus.

William Brent Bells „Devil Inside“, ein weiterer Vertreter des Found-Footage-Horrors rund um „The Blair Witch Project“, „Paranormal Activity“ und Co, ist unlängst mit seinem Minibudget von etwa einer Million Dollar an die Spitze der US-Kinocharts vorgeprescht.
Eine reife Leistung, nicht nur in Anbetracht der hochkarätigen Hollywood-Konkurrenz.

In einer Szene des Streifens wird erklärt, dass Dämonen in der Lage sind, von Körper zu Körper zu wechseln.
Ich befürchte, dies könnte möglicherweise auch den phänomenalen Zuschauer-Erfolg in Übersee erklären – vielleicht ist ja Satan höchstpersönlich von der Leinwand auf seine zahlenden Opfer herabgesprungen und greift von diesen auf andere unschuldige Seelen über, die dann gezwungen werden, sich ebenfalls diesen Mumpitz anzusehen.
Zum Glück habe ich mich bereits vor der Vorführung auf alle Eventualitäten vorbereitet und Kreuz, Knoblauch und Weihwasser mit in den Saal genommen.
Man kann ja nie wissen.

Interessiert sich jetzt noch jemand für den Film? Ja?
Also gut.
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Sex On The Beach

Das Gefühl, sich mit einer Bohrmaschine ein Loch in den Kopf zu bohren, muss wohl in etwa vergleichbar sein mit dem Gefühl, sich „The Inbetweeners Movie“, der hierzulande „Sex On The Beach“ heisst, Teil einer beliebten TV-Serie ist und satte vier Wochen lang die englischen Kinocharts angeführt hat, anzusehen.

Erst hört man ein surrendes, lautes Geräusch neben seinem Ohr. Dann spürt man das kalte Metall erbarmungslos und qualvoll in seinen Schädel vordringen, bevor dieses dann das Gehirn erreicht hat und der Schmerz schlagartig aufhört. Man spürt gar nichts mehr. Leere.
Freilich war das jetzt ein übertriebener und frecher Vergleich.
Aber: Das macht die Sache ja nicht besser.
Denn gequält und völlig leer fühlt man sich, wenn man es tatsächlich geschafft hat, die knapp 100 Minuten an filmischem Terrorismus durchzustehen.

Vier Freunde fliegen nach ihrem Schulabschluss nach Kreta, um Urlaub zu machen. Das ist der Plot.
Naja, so in etwa. Denn ich habe bisher unterschlagen, um was für widerwärtige Soziopathen es sich bei den Teenagern handelt.
Zumindest drei von ihnen.

Der eine, der lange Neil (Blake Harrison), ist zwar eine Vollwurst vor dem Herrn, aber abgesehen davon, dass er gerne reife Frauen vernascht, schubst er – im Gegensatz zu seinen Kumpels – keine Kinder in den Pool oder macht abfällige Bemerkungen gegenüber behinderten Mitmenschen.
Dazu später mehr.

Natürlich entpuppt sich das Domizil nach der Ankunft nicht gerade als Traum.
Das Hotelzimmer ist leicht vergammelt und ein mysteriöser Mann zieht tote Hunde aus dem Brunnen (Oder schmeisst er sie da rein? Ich kann mich an dieses Detail leider nicht hundertprozentig erinnern.).
Will (Simon Bird), Jay (James Buckley), Simon (Joe Thomas) und Neil lassen sich von den katastrophalen Zuständen allerdings nicht auf die Gaudi spucken und erkunden die Partyszene.
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Ghost Rider: Spirit Of Vengeance

„This thing… There’s no conscience, just hunger. The Rider’s gonna come out. And when he does, he’ll destroy whoever’s got it coming.“

 

„Spirit Of Vengeance“, das inzwischen zweite Leinwandabenteuer des finsteren Marvel-Helden Ghost Rider, ist ein reichlich infantiles und substanzfreies Effektspektakel für ein Publikum, das jeglichen Ansatz einer interessanten Story jederzeit gerne für eine zünftige Actioneinlage eintauschen würde.

Die Regiestühle hat schließlich auch das Duo Mark Neveldine und Brian Taylor besetzt, das bereits mit seinem Debüt „Crank“ (2006) und dessen Fortsetzung (2009) bewiesen hat, dass es eben einiges von infantilem und substanzfreiem Proll-Kino versteht.

Irgendwie beschleicht einen während der Sichtung das Gefühl, als sei den Beiden schon das geringste Maß an inszenatorischem Geschmack regelrecht peinlich gewesen, weshalb dann sämtliche Szenen in fulminanten Bildgewittern zerschreddert werden mussten, während welchen man kaum noch den Überblick behält, was da gerade vor einem geschieht.
Auf die Zuschauer wird von allen Seiten audiovisuell stark eingeprügelt, damit sich diese bloß nicht vor lauter Langeweile um die Geschichte scheren.
Denn diese ist so hauchdünn – man könnte sie im wilden Getöse glatt übersehen…

Johnny Blaze (abermals verkörpert von Nicolas Cage) hat einst im Tausch gegen das Leben seines Vaters seine Seele an den Teufel höchstpersönlich (Ciarán Hinds, „München“) abgetreten.
Ein Dämon ergreift daraufhin Besitz von dem Motorrad-Stuntprofi und verwandelt ihn in den mächtigen Ghost Rider, der erbarmungslos Kriminelle und anderes Gesindel ins Fegefeuer schickt.

Blaze ist allerdings nicht wirklich gut auf Beelzebub zu sprechen, hat dieser ihn doch letztlich bitter betrogen.
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