Archiv für das Schlagwort “Ciarán Hinds”

Die Frau in Schwarz

Die Bestseller-Adaption „Die Frau in Schwarz“ markiert zugleich die Rückbesinnung der reanimierten Hammer-Studios zu ihren klassischen Horrorwurzeln und die Leinwandrückkehr Daniel Radcliffes, als Hauptdarsteller in einem Nicht-„Harry Potter“-Film.

Inszeniert worden ist die Geistermär von James Watkins, der 2008 mit „Eden Lake“ ein erbarmungsloses Debüt vorgelegt hat, welches sein Publikum vor allem mit seiner drastischen, realistischen Härte schockiert hat.
Seine neue Arbeit könnte kaum weiter von dem Erstling entfernt sein:
„Die Frau in Schwarz“ entpuppt sich leider als angestaubter Popcorn-Grusel, dessen nostalgische Bilder sein stärkster Trumpf bleiben.

Ich weiss nicht, wie oft ich diese Geschichte auf Film bereits erlebt habe, nur aufbereitet in einem anderen Stil und unter anderem Titel.
In den Sechzigern hieß sie zum Beispiel „Die toten Augen des Dr. Dracula“, in den Achtzigern „Das Grauen“, in den Neunzigern „Ringu“, und so weiter.
Man könnte vermutlich ewig damit fortfahren, ähnliche Werke aufzuzählen.

Natürlich ist es irgendwo auch unfair, einen Film mit der schlichten Begründung an die Wand fahren zu lassen, er sei nicht wirklich originell.
Mal Hand aufs Herz: Ich habe bereits etliche Arbeiten über den grünen Klee gelobt, die sich nicht minder ausgiebig bei ihren Kollegen bedient haben.
Es muss in erster Linie ja auch gar kein absolut einzigartiger Meilenstein entstanden sein – das Resultat sollte einen aber zumindest irgendwo packen, oder zumindest gut unterhalten.
Eine stimmige Umsetzung von Susan Hills subtiler Vorlage ist hier übrigens nicht herausgekommen.
„Die Frau in Schwarz“ ist keine cineastische Katastrophe, aber er ist eine streckenweise reichlich lustlos heruntergespulte Variation eines alten Themas, deren visuelle Eleganz nicht völlig über die ärgerliche Beliebigkeit hinweghelfen kann.
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Dame, König, As, Spion

„There’s a mole…right at the top of the Circus“

Als Circus bezeichnen die MI6-Agenten ihr Hauptquartier am Londoner Cambridge Circus.
Gegründet bereits im 16. Jahrhundert durch Sir Francis Walsingham, bestanden die Aktivitäten des britischen Geheimdienstes während des Kalten Krieges unter anderem darin, nützliche Informationen über den Feind zu sammeln und sowjetische Offizielle als Agenten für die eigene Seite zu rekrutieren.

Der britische Bestseller-Autor John le Carré hat sich in verschiedenen Werken ausführlich mit der Arbeit des MI6 auseinandergesetzt.
Kein Wunder, hat er doch selbst in der Zeit von 1960 bis 1964 für den Circus seinen Dienst in Deutschland verrichtet.
Sein Protagonist George Smiley, den er bereits in seinem Debüt „Schatten von Gestern“ (1961) eingeführt hat, rückt auch in seinem 1974 verfassten Roman „Dame, König, As, Spion“ in den Mittelpunkt der Handlung.
Schon 1979 ist das, im Original „Tinker, Tailor, Soldier, Spy“ betitelte, Werk unter der Regie von John Irvin und mit Alec Guinness in der Rolle Smileys in Form einer TV-Miniserie aufbereitet worden.
Auch wenn man als Zuschauer wohl unweigerlich an die Abenteuer James Bonds denken muss, wenn das Wort „Geheimagent“ fällt, so könnten le Carrés persönlich gehaltene Geschichten kaum weiter von der glamourösen Welt des charismatischen Helden entfernt sein.
Hier besitzen die Figuren keine Autos mit Waffenvorrichtung und auch die Beziehungen zu anderen Personen verlaufen oft weit komplizierter.
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Ghost Rider: Spirit Of Vengeance

„This thing… There’s no conscience, just hunger. The Rider’s gonna come out. And when he does, he’ll destroy whoever’s got it coming.“

 

„Spirit Of Vengeance“, das inzwischen zweite Leinwandabenteuer des finsteren Marvel-Helden Ghost Rider, ist ein reichlich infantiles und substanzfreies Effektspektakel für ein Publikum, das jeglichen Ansatz einer interessanten Story jederzeit gerne für eine zünftige Actioneinlage eintauschen würde.

Die Regiestühle hat schließlich auch das Duo Mark Neveldine und Brian Taylor besetzt, das bereits mit seinem Debüt „Crank“ (2006) und dessen Fortsetzung (2009) bewiesen hat, dass es eben einiges von infantilem und substanzfreiem Proll-Kino versteht.

Irgendwie beschleicht einen während der Sichtung das Gefühl, als sei den Beiden schon das geringste Maß an inszenatorischem Geschmack regelrecht peinlich gewesen, weshalb dann sämtliche Szenen in fulminanten Bildgewittern zerschreddert werden mussten, während welchen man kaum noch den Überblick behält, was da gerade vor einem geschieht.
Auf die Zuschauer wird von allen Seiten audiovisuell stark eingeprügelt, damit sich diese bloß nicht vor lauter Langeweile um die Geschichte scheren.
Denn diese ist so hauchdünn – man könnte sie im wilden Getöse glatt übersehen…

Johnny Blaze (abermals verkörpert von Nicolas Cage) hat einst im Tausch gegen das Leben seines Vaters seine Seele an den Teufel höchstpersönlich (Ciarán Hinds, „München“) abgetreten.
Ein Dämon ergreift daraufhin Besitz von dem Motorrad-Stuntprofi und verwandelt ihn in den mächtigen Ghost Rider, der erbarmungslos Kriminelle und anderes Gesindel ins Fegefeuer schickt.

Blaze ist allerdings nicht wirklich gut auf Beelzebub zu sprechen, hat dieser ihn doch letztlich bitter betrogen.
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