Archiv für das Schlagwort “Crime”

30 Minuten oder weniger

30 Minuten oder weniger hat der Pizzabote Nick (Oscar-Nominee Jesse Eisenberg, „The Social Network“) in der gleichnamigen Crime-Comedy von Ruben Fleischer Zeit, um die saftig belegten Bestellungen bei den Kunden abzuliefern.
Kommt er über dieses Limit, werden ihm die verspäteten Tomatentorten vom Lohn abgezogen.
Sein Boss (Brett Gelman) vertritt diesen Slogan mit erbarmungsloser Konsequenz.

Im Prinzip könnte Nick behaupten (abgesehen von der sporadischen, berufsbedingten Action selbstverständlich) ein recht entspanntes Slacker-Leben zu führen.
Allerdings findet dieses ein jähes Ende, als er während einer vorlauten Diskussion mit seinem besten Freund Chet (Aziz Ansari, „Männertrip“) herausfindet, dass dieser als Kind unbeabsichtigt dafür gesorgt hat, dass sich seine Eltern scheiden lassen, und er ihm anschließend, seinen Rachegelüsten folgend, beichtet, dass er Sex mit dessen Schwester Kate (Dilshad Vadsaria) gehabt hat.
Der Freundschaft wird anschließend hastig das Aus erklärt. Ein Zustand, der aber nicht von langer Dauer bleiben soll.
Denn Nick sucht seinen Lehrerbuddy schon bald mit einem wahrlich ernsten Problem am Hals in der Schule auf und bittet ihn um Hilfe:
Zwei maskierte Kunden haben ihn bei der Pizzalieferung überwältigt und ihm eine Bombe um den Körper geschnallt. Sie erwarten von ihm, dass er innerhalb von zehn Stunden schlappe 100.000 Dollar auftreibt…oder er darf sich von seinem jungen Leben verabschieden.

Die einzige Möglichkeit, in der Zeit an so viel Geld zu gelangen, scheint nun wohl tatsächlich ein Banküberfall zu sein – ein Gedanke, der den Freunden so gar nicht schmeckt.
Nur, wie heisst der Spruch noch gleich? Mitgehangen, mitgefangen…
Weiterlesen…

Advertisements

Drive

„If I drive for you, you give me a time and a place. I give you a five-minute window, anything happens in that five minutes and I’m yours no matter what. I don’t sit in while you’re running it down; I don’t carry a gun…
I drive.“

Der Fahrer ist kein Freund vieler Worte.
Damit seine Forderungen und Regeln für seine Kunden trotzdem klar verständlich bleiben, sind seine knappen Ausführungen scharf wie eine Rasierklinge.

In „Drive“, dem neuen Werk des dänischen „Pusher“-Schöpfers Nicolas Winding Refn, verkörpert Oscar-Nominee Ryan Gosling („Half Nelson“) den namenlosen Einzelgänger aus L.A., welcher sich tagsüber seine Brötchen abwechselnd in einer Werkstatt und als Stuntman in Actionfilmen verdient, während er in der Nacht den Fluchtwagen für diverse, zwielichtige Gestalten fährt.
Er beherrscht seine Jobs mit einer bemerkenswerten Präzision, was seinen Boss und Mentor Shannon (Bryan Cranston, „Breaking Bad“) schließlich auf den Plan ruft, selbst mit seinem Goldesel ins Profirennen einzusteigen.
Die Sache hat einen Haken:
Um die Summe für die Umsetzung seines Traums aufzutreiben, muss Shannon seinen eiskalten, früheren Geschäftspartner Bernie Rose (herrlich fies: Albert Brooks, „Broadcast News – Nachrichtenfieber“) anbetteln – und dieser hat mehr Dreck an seinen Händen kleben, als man es auf den ersten Blick wohl vermuten würde.
Weiterlesen…

Headhunters

Ich kann mir vorstellen, dass Jo Nesbøs „Headhunter“ ein durchaus fesselnder, interessanter Roman ist.
Selbst habe ich ihn nicht gelesen, aber mir ist vor Beginn der Vorstellung von Morten Tyldums Kino-Adaption von einer Kollegin glaubhaft versichert worden, dass die Werke des norwegischen Bestseller-Autoren äußerst empfehlenswert seien.

Tyldums Film dagegen ist ein wahrer Reinfall.
Ich weiss gar nicht so recht, wo ich anfangen soll, um dieses Kraut-und-Rüben-Spektakel irgendwie sinnvoll zusammenzufassen.

Da wäre zunächst der hochdekorierte Unternehmens-Headhunter Roger Brown (Aksel Hennie), der mit seiner attraktiven Frau Diana (Synnøve Macody Lund) ein Leben im Luxus führt.
Was Diana nicht – und auch sonst kaum jemand – weiss, ist, dass ihr Mann trotz seines Jobs in einem Berg aus Schulden sitzt, und all die schöne Fassade erst aus dessen „Nebenbeschäftigung“ hervorgegangen ist:
Roger ist ein gewiefter Gemäldedieb, der in geeigneten Momenten in die Häuser der Sammler einsteigt, um die wertvollen Originale gegen verblüffende Fälschungen auszutauschen.
Er wartet noch immer auf die eine, große Möglichkeit – ein Bild, das es ihm ermöglicht, mit einem Schlag so viel abzukassieren, dass die finanziellen Sorgen ein für alle Mal ein Ende haben.

Auf einer Kunst-Ausstellung Dianas lernt er den charismatischen Geschäftsmann Clas Greve (Nikolaj Coster-Waldau, „Nightwatch – Nachtwache“) kennen, dem er schließlich die Vermittlung einer lukrativen Führungsposition bei einem GPS-Unternehmen anbietet.
In Wahrheit gilt Rogers Interesse einem Rubens-Gemälde, das Greve in seinem Besitz wähnt.
Weiterlesen…

Beitragsnavigation