Archiv für das Schlagwort “Komödie”

30 Minuten oder weniger

30 Minuten oder weniger hat der Pizzabote Nick (Oscar-Nominee Jesse Eisenberg, „The Social Network“) in der gleichnamigen Crime-Comedy von Ruben Fleischer Zeit, um die saftig belegten Bestellungen bei den Kunden abzuliefern.
Kommt er über dieses Limit, werden ihm die verspäteten Tomatentorten vom Lohn abgezogen.
Sein Boss (Brett Gelman) vertritt diesen Slogan mit erbarmungsloser Konsequenz.

Im Prinzip könnte Nick behaupten (abgesehen von der sporadischen, berufsbedingten Action selbstverständlich) ein recht entspanntes Slacker-Leben zu führen.
Allerdings findet dieses ein jähes Ende, als er während einer vorlauten Diskussion mit seinem besten Freund Chet (Aziz Ansari, „Männertrip“) herausfindet, dass dieser als Kind unbeabsichtigt dafür gesorgt hat, dass sich seine Eltern scheiden lassen, und er ihm anschließend, seinen Rachegelüsten folgend, beichtet, dass er Sex mit dessen Schwester Kate (Dilshad Vadsaria) gehabt hat.
Der Freundschaft wird anschließend hastig das Aus erklärt. Ein Zustand, der aber nicht von langer Dauer bleiben soll.
Denn Nick sucht seinen Lehrerbuddy schon bald mit einem wahrlich ernsten Problem am Hals in der Schule auf und bittet ihn um Hilfe:
Zwei maskierte Kunden haben ihn bei der Pizzalieferung überwältigt und ihm eine Bombe um den Körper geschnallt. Sie erwarten von ihm, dass er innerhalb von zehn Stunden schlappe 100.000 Dollar auftreibt…oder er darf sich von seinem jungen Leben verabschieden.

Die einzige Möglichkeit, in der Zeit an so viel Geld zu gelangen, scheint nun wohl tatsächlich ein Banküberfall zu sein – ein Gedanke, der den Freunden so gar nicht schmeckt.
Nur, wie heisst der Spruch noch gleich? Mitgehangen, mitgefangen…
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Sex On The Beach

Das Gefühl, sich mit einer Bohrmaschine ein Loch in den Kopf zu bohren, muss wohl in etwa vergleichbar sein mit dem Gefühl, sich „The Inbetweeners Movie“, der hierzulande „Sex On The Beach“ heisst, Teil einer beliebten TV-Serie ist und satte vier Wochen lang die englischen Kinocharts angeführt hat, anzusehen.

Erst hört man ein surrendes, lautes Geräusch neben seinem Ohr. Dann spürt man das kalte Metall erbarmungslos und qualvoll in seinen Schädel vordringen, bevor dieses dann das Gehirn erreicht hat und der Schmerz schlagartig aufhört. Man spürt gar nichts mehr. Leere.
Freilich war das jetzt ein übertriebener und frecher Vergleich.
Aber: Das macht die Sache ja nicht besser.
Denn gequält und völlig leer fühlt man sich, wenn man es tatsächlich geschafft hat, die knapp 100 Minuten an filmischem Terrorismus durchzustehen.

Vier Freunde fliegen nach ihrem Schulabschluss nach Kreta, um Urlaub zu machen. Das ist der Plot.
Naja, so in etwa. Denn ich habe bisher unterschlagen, um was für widerwärtige Soziopathen es sich bei den Teenagern handelt.
Zumindest drei von ihnen.

Der eine, der lange Neil (Blake Harrison), ist zwar eine Vollwurst vor dem Herrn, aber abgesehen davon, dass er gerne reife Frauen vernascht, schubst er – im Gegensatz zu seinen Kumpels – keine Kinder in den Pool oder macht abfällige Bemerkungen gegenüber behinderten Mitmenschen.
Dazu später mehr.

Natürlich entpuppt sich das Domizil nach der Ankunft nicht gerade als Traum.
Das Hotelzimmer ist leicht vergammelt und ein mysteriöser Mann zieht tote Hunde aus dem Brunnen (Oder schmeisst er sie da rein? Ich kann mich an dieses Detail leider nicht hundertprozentig erinnern.).
Will (Simon Bird), Jay (James Buckley), Simon (Joe Thomas) und Neil lassen sich von den katastrophalen Zuständen allerdings nicht auf die Gaudi spucken und erkunden die Partyszene.
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Der Gott des Gemetzels

Der Anwalt Alan Cowan glaubt an den Gott des Gemetzels.

Roman Polanskis Kinoversion des gleichnamigen, französischen Theaterstücks von Yasmina Reza ist kein großer oder gar spektakulärer Film. Und das ist auch genau richtig so.

Den langsam immer beklemmender wirkenden Raum eines bescheidenen New Yorker Apartments überlässt der inzwischen 78-jährige Altmeister ganz seinen vier fantastisch aufgelegten Darstellern.
Die aufwendige Trickserei der Filmwelt rückt in den Hintergrund, betrachtet wird das Set schließlich ähnlich nüchtern, wie dies der Theatergast wohl auch bei einer Bühne tut.

Mit dem Unterschied, dass in diesem Fall selbstverständlich die Kamera den Blickwinkel auf das Geschehen bestimmt.

Man darf sich nun möglicherweise zu Recht fragen, wozu eine Filmvariante des Stoffes überhaupt notwendig ist, wo doch das Theater in erster Linie aus einer spontanen, manchmal unberechenbaren Kraft schöpft.
Wirklich notwendig ist der Film auch nicht – aber er ist charmant und clever, unterhält während seiner knapp 80-minütigen Spieldauer auf köstliche Weise und zwickt seine Zuschauer permanent schelmisch in die Seite.

„Der Gott des Gemetzels“ ist dabei nicht Polanskis erste Bühnenadaption.
Schon Shakespeares „Macbeth“ hat unter dessen Aufsicht 1971 eine blutrünstige und recht eigenwillige Umsetzung erfahren, die allerdings seinerzeit bei vielen Kritikern durchgefallen ist.
Diesmal hat sich der Regisseur mit der sehr stürmischen Lebensgeschichte wieder einem Lieblingshobby zugewandt:
Er beobachtet Menschen.
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